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Umweltdaten aus dem Ozean - gemessen per Satellit

Um Wetter und Klima besser vorhersagen zu können, braucht die Wissenschaft genauere Daten über den Wasseraustausch zwischen den Ozeanen, den Landflächen und der Atmosphäre, über Niederschlag und Verdunstung. Bisher wurden solche Daten an Ort und Stelle aus Wasser- und Bodenproben gewonnen, nun bricht eine neue Ära an: die Fernerkundung per Satellit aus dem All durch die SMOS-Mission (Soil Moisture & Ocean Salinity) der Europäischen Weltraumagentur ESA.

Das Meer ist der primäre Klimaregulator unserer Erde. Die globale Ozean-Zirkulation transportiert Wärme vom Äquator in die nördlicher gelegenen Breiten. Beispiel: Der Golfstrom beschert den mittleren Breitengraden Europas ein wärmeres Klima als Nordamerika es auf denselben Breitengraden hat. Solche Zirkulationsprozesse werden vom Salzgehalt des Meeres mitbestimmt. Für die globale Atmosphärenzirkulation spielt auch die Bodenfeuchte der Landflächen eine wichtige Rolle, z. B. in Hinsicht auf Wasserverdunstung und Niederschläge. Diese Informationen über Salzgehalte und Bodenfeuchte werden in ozeanographische und meteorologische Modelle eingespeist. Wenn die SMOS-Mission über einen längeren Zeitraum läuft, können sie auch für die Verbesserung von globalen Klimamodellen dienen.

Weiterhin sinkt durch die globale Erwärmung und das damit verbundene Abschmelzen der Polarkappen dort der Salzgehalt. Anhand dieser sinkenden Salinität kann man also auf die Geschwindigkeit des Abschmelzprozesses schließen.

Der SMOS-Mission liegt eine neue Technologie zugrunde. Sie beruht auf dem Prinzip, dass jeder physikalische Körper auf Grund seiner eigenen Temperatur und seiner elektrischen Eigenschaften eine bestimmte natürliche elektromagnetische Strahlung hat. So beeinflussen der Salzgehalt des Ozeans und der Wassergehalt des Bodens deren Leitfähigkeit, und dieser Einfluss ist am intensivsten in der Strahlung im Mikrowellenbereich um 1,4 GHz zu erkennen.

Finanziert wird die 210 Millionen Euro-teure SMOS-Mission aus Mitteln der ESA mit Beiträgen der französischen und spanischen Regierungen die maßgeblich an der SMOS Planung und Entwicklung beteiligt waren. Das nationale SMOS-Projektbüro am Institut für Meereskunde (IfM) der Universität Hamburg informiert über alle Aspekte der Mission. In einem Workshop am 9. und 10. November werden Ozeanographen, Geophysiker und Geographen darstellen, wie die SMOS-Daten in ihren Forschungsprojekte eingebunden sein können. „Das Interesse und die Neugierde der deutschen Wissenschaftler ist groß. Denn SMOS bietet erstmals die Möglichkeit, extrem wichtige Umweltvariablen per Satellit zu messen und damit globale Datensätze über große Zeiträume zu erstellen“, sagt Steffen Dransfeld, der Leiter des Projektbüros.

Der Start dieser ESA-Mission ist für Ende 2007 geplant und soll nach etwa sechs Monaten Daten an die wissenschaftlichen Institute liefern.

Das IfM-Projektbüro wird auch erste Messungen des Satelliten auswerten und durch den  Vergleich mit zeitgleichen Wasser- und Bodenproben das Messsystem kalibrieren. Diese Kalibrierungsphase wird unterstützt von zahlreichen europäischen Forschungsgruppen, die alle an verschiedenen Standpunkten der Erde Bodenproben nehmen.

Weitere Informationen zum SMOS-Satellit  sowie konkrete Ergebnisse des Workshops finden sich auf www.smos.zmaw.de.

Kontakt:
Dr. Steffen Dransfeld
Projektbüroleiter SMOS

Institut für Meereskunde, Universität Hamburg
Zentrum für Meeres- und Klimaforschung (ZMK)
Bundesstrasse 53, D-20146 Hamburg
Tel.: ++49 (0)40/4 28 38-74 69
Fax: ++49 (0)40/4 28 38-74 71

E-Mail: steffen.dransfeld(at)zmaw.de

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