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Fünf Schülerteams erleben praktische Forschung an Bord der ALDEBARAN in der Nord- und Ostsee in den Sommerferien 2007.
Atmosphären- und Meereswissenschaftler stehen vor der großen Herausforderung, dass sie mit komplexen Prozessen in der freien Natur zu tun haben, die oft gleichzeitig ablaufen. Im Gegensatz zur Arbeit im Labor ist es nicht möglich, Experimente unter kontrollierten Bedingungen durchzuführen.
Die Schüler haben bei ihren eigenen Forschungsexpeditionen an Bord erlebt, über wie viele Messgrößen und Informationen gesammelt werden müssen und wie schnell sich diese Messgrößen in Küstennähe verändern. Für die stichhaltige Lösung von wissenschaftlichen Fragen können die einwöchigen Ausfahrten nur ein Anhaltspunkt für ein Forschungsprojekt sein. Normalerweise sind Wochenlange bis Jahrelange Messreihen nötig um zu einem fundierten Ergebnis zu kommen. Dennoch konnten die Schüler Erfahrungen in den Grundmethoden der Meeresforschung und in der Auswertung von Messergebnissen gewinnen. Durch das hohe Niveau ihre Ausarbeitungen haben alle Gruppen einen wertvollen Beitrag zur beschreibenden Meeresforschung geleistet.
Luisengymnasium (Hamburg):
„Wie wirkt sich die Topographie der Elbe auf die Tideströmungen aus?“
Angeregt durch die neuen Diskussionen um die geplante Elbvertiefung hat sich diese Gruppe vor Ort die Zusammenhänge zwischen Flusstiefe und Strömungsgeschwindigkeit und die Bedingungen für die Bildung einer „Salzzunge“ untersucht. Die Arbeit machte den Schülern deutlich, wie schwer es ist in einem sich extrem stark durch ebbe und Flut verändernden Lebensraum aussagekräftige begrenzte Messungen durchzuführen um letztendlich die komplexe Frage nach der Auswirkung der Elbvertiefung zu beantworten.
Kurt-Körber-Gymnasium (Hamburg):
„Welche Bedeutung hat der sog. „Zuckertang“ Laminaria saccharina für die Seehunde und Kegelrobben auf Helgoland?“
Diese Schüler mussten ihre ursprüngliche Projektidee zur Auswirkung von Offshore-Anlagen auf die Meeresbodenorganismen wegen schweren Sturms und Wetters auf Helgoland ändern. Sie haben flexibel die Zeit auf Helgoland genutzt, um sich mit den dortigen Seehund- und Kegelrobbenbestände eingehend zu befassen. Sie haben die Meeressäuger gezählt und Hinweise auf Verletzungen gesammelt. Ihre These, dass verletzte Kegelrobben den Kontakt mit Zuckertang suchen, hat sich bestätigt. (Apotheke aus dem Meer).
Mariengymnasium (Jever):
„Ist die neu zugewanderte pazifische Auster eher ein ernsthafter Konkurrent zu einheimische Arten wie die Miesmuschel oder eine Bereicherung für den Lebensraum Wattenmeer?“
Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Miesmuschel – zumindest in der Nordsee bei Sylt – offensichtlich nicht so schnell von den Austern verdrängen lassen. Außerdem ist die biologische Vielfalt auf den Austernbänken mindestens so groß wie auf den Muschelbänken.
Geschwister-Prenski-Schule Lübeck:
„Wie ist die Beziehung zwischen der Miesmuschel und der Pazifischen Auster in der Nordsee bei Sylt?“
Diese Gruppe hat das Zusammenleben beider Muschelarten zusammen mit ihrer Begleitorganismen untersucht. Auch sie fanden keinen Hinweis, dass die Miesmuschel von der Auster verdrängt wird. Die Seepocken scheinen eine Besiedlung auf Austern zu bevorzugen, während die Strandschnecken eher im Zusammenleben mit den Miesmuscheln vorgefunden wurden.
Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium (Lübeck):
„Welche Auswirkungen haben eingewanderte Algen auf die einheimischen Arten in der Ostsee?“
Eingeschleppte exotische Pflanzen könnten die uns bekannten Lebensgemeinschaften stark verändern. Da sich in Zeiten des globalen Klimawandels auch die Bedingungen im Meer rasch, jedoch fast unbemerkt verändern. Die Schüler haben festgestellt, dass der asiatische Besentang der seit 2005 in der Kieler Bucht eingewandert ist sich noch nicht weiter ostwärts ausgebreitet hat. Aufgrund der von ihnen untersuchten Lebensbedingungen und die Abwesenheit von Fraßfeinden hält die Gruppe die Ausbreitung des Blasentangs in Richtung Lübeck für gut möglich.









